Kapitel 41 – Neo aus Atlantis

(Lucy)

Auf einmal begann das rauschen des Meeres wieder. Lucy viel es zuerst gar nicht wirklich auf, es war einfach wieder so beruhigend die vertrauten Geräusche von Atlantis zu hören. Doch dann riss Norwen sie aus diesen sanften Erinnerungen: “Lucy! Hast du das gehört? Das Meer! Ich kann es wieder hören!” “Ja, du hast Recht”, bemerkte Lucy, ein wenig unangenehm war es ihr schon das sie es nicht sofort bemerkt hatte. Doch gleichzeitig freute sie sich auch riesig.

Verwundernd blickten sich Norwen und Lucy um. Sonst hatte sich nichts verändert. “Das verstehe ich nicht”, sagte Norwen. Ahnungslos zuckte Lucy mit den Schultern und murmelte: “Wir sollten uns noch einmal umschauen. Vielleicht hat sich irgendwas verändert.

“Das machen wir”, bestätigte Norwen, “Ich gehe zuerst zum Essenssaal und dann zu Esarias Haus. Du kannst schon einmal die anderen Häuser durchsuchen.” Lucy nickte zustimmend.

(Norwen)

Es verging Minute um Minute von angestrengtem Suchen, bis Norwen Lucys Ruf hörte: “Norwen! Komm schnell! Ich habe jemanden gefunden.” Voller Hoffnung sprintete Norwen aus Esarias Haus in Richtung des überraschten Rufes von Lucy.

Da erblickte er sie, vor ihr stand ein blonder Junge etwa zwei Jahre jünger als er selbst. Er hatte blaue Augen, die Farbe des Meeres. Auf seinem Kopf war ein schwarzer Hut. “Was wollt ihr hier?”, fragte der Junge und ein gemischter Ausdruck aus Drohung und Angst lag in seinen Augen.

“Keine Angst. Wir tun dir nichts. Kommst du von hier?”, fragte Lucy in einer so sanften Sprache, die Norwen sie noch nicht so oft benutzen hörte. Die Angst wich aus den Augen des blonden Jungen, ausgetauscht mit misstrauen. “Ja, ich bin Neo aus Atlantis. Und jetzt seid ihr dran. Was wollt ihr hier und wer seid ihr?”, sagte der Junge.

(Lucy)

“Ich bin Lucy und das ist Norwen. Wir sind vom Clan der Magischen und wollen nur helfen. Ich bin sicher du weist das alle Krieger die im Krieg auf unserer Seite gekämpft haben gefangen wurden. Deshalb sind wir hier, wir wollen, nein wir müssen sie alle befreien!”, sagte Lucy mit fester, aber immer noch sanfter Stimme. “Ach so. Verstehe. Dann werde ich euch helfen. Meine Eltern sind Schneider und machen magische Kleider mit speziellen Fähigkeiten. Dieser Hut zum Beispiel, er kann einem unsichtbar machen.

Ich bin hier geblieben um auf den Stein von Atlantis aufzupassen. Esaria hat es mir befohlen als sie in den Krieg zogen. Sie hat schon vermutet, dass es eine Falle sein könnte. Als der Clan des Grauens hier eintraf hatte ich mich so gut versteckt, das sie mich nicht fanden. Da hörte ich, was mit den Kriegern passiert war”, erklärte er frustriert.

“Tut mir wirklich Leid, aber ich wusste einfach nicht wie ich ihnen helfen könnte. Ich war jetzt eine Weile Weg und habe Kleider verkauft um Essen und etwas zu trinken zu kaufen. Natürlich habe ich keine magischen Kleider beim Markt verkauft.

Danach bin ich zurück gekommen um zu sehen, ob jemand der Krieger es zurück geschafft hat. Leider nicht. Dann bin ich euch begegnet. Habt ihr gehört wie das Meer zuerst weg war und dann wieder begonnen hatte zu rauschen?”, fragte Neo.

(Neo)

Die zwei aus dem Clan des Magischen nickten. “Das ist weil wenn kein einziger Atlantier hier ist, hört das Meer auf zu rauschen. Doch wenn einer hier ist, was sonst immer der Fall ist, rauscht das Meer”, erklärte Neo. “So ist das. Verstehe”, murmelte Norwen, “Also dann machen wir es so: Du zeigst uns wie man magische Kleider herstellt und ich und Lucy trainieren dich für den Kampf. Mit deiner Hilfe kann es uns vielleicht gelingen, die Völker zu befreien.”

“Das können wir so machen”, sagte Neo und nickte. Auch Lucy stimmte dafür.

Doch da jetzt schon spät war, beschlossen die drei erst einmal sich schlafen zu legen. Trainieren und Kleider herstellen konnten sie auch Morgen noch. Natürlich müssen sie sich ein wenig beeilen, doch müde trainieren bringt trotzdem nichts.

(Norwen)

Am nächsten Morgen standen alle drei um 8:00 Uhr auf, wie die grosse Uhr an einem grossen Turm in Atlantis bescheid gab. Norwen und Lucy gute Trainings Methoden besprachen, schaute Neo in dem Haus seiner Eltern nach was für Material man für die Kleider Herstellung noch brauchen konnte.

Etwa eine halbe Stunde später waren sie bereit anzufangen. Zuerst wollten sie sich noch zwei unsichtbare Hüte machen. Da Neo schon einen hatte, mussten sie nicht noch einen dritten machen. Ausserdem hatte Neo für alle drei fliegende Schuhe gefunden, die ihnen mehr als nützlich werden konnten.

Neo zeigte Lucy und Norwen zuerst das man den Stoff oder je nach dem das Leder nehmen musste und in eine bestimmte Flüssigkeit tränken musste. Eine solche Flüssigkeit war kompliziert herzustellen, doch zu Norwens Glück war Neo ein Profi.

(Lucy)

Neo erklärte ihnen wie es weiter geht: “Nun müssen wir einen normalen Hut aus dem magischen Stoff nähen. Ich hoffe ihr könnt nähen.” Beide des Clan des Magischen nickten. Doch da musste Lucy an Silver denken, wie sehr sie die Zahnfee und ihre anderen Kollegen vermisste! Eine tiefe Traurigkeit machte sich in Lucy breit, doch dann wuchs auch ihre Motivation und ihr Siegeswillen.

Mit grosser Motivation machten Lucy und Norwen sich an das nähen. Später am Nachmittag trainierte Neo noch seine Kampfkünste, mit Lucy und Norwen. Er war ein ziemliches Talent. Am Abend drehten sie noch eine Runde mit den fliegenden Schuhen.

Die nächsten vier Tage waren sie genau so fleissig: Sie nähten eine Jacke die quasi wie ein Schutzschild um den Körper wirkte, ein Lederarmband das einem Unterwasser atmen lässt und Neo hat einen solchen Fortschritt gemacht, das er einmal beinahe Norwen besiegt hätte.

Nun wollten sie bald für die Rettungsmission aufbrechen. Doch zuerst wollten sie in ihren Betten nochmals gut schlafen, auch wenn es schwer war mit einer solchen Aufregung lange zu schlafen.

Folgendes Kapitel erscheint am nächsten Sonntag.